Fachbegriffe der Immobilienwelt leicht und verständlich erklärt

Mit unseren leicht verständlichen Definitionen zum Thema Immobilien möchten wir wichtiges Wissen rund um dieses Thema mit Ihnen teilen. Denn leider bieten die wenigsten Medien heute schnell erfassbare Erklärungen von (Fach-)Begriffen, ohne dass man von einem Fremdwort in das nächste gelangt. 

So wissen Sie nach 2 Stunden "Wikipedia-Geklicke" vielleicht wann der Auerochse ausgestorben ist, aber noch immer nicht was genau woher der Ausdruck Anderkonto kommt. 

Dem helfen wir ab und bieten Ihnen an dieser Stelle ein paar leicht verständliche Immobilien-Definitionen die wir nach und nach erweitern werden. 

A B C E F G R S

A

Anderkonto
Hierbei handelt es sich um ein Treuhandkonto das der Notar bei Kundenwunsch anlegen kann, und das der Abwicklung eines Kaufvertrags dient. Daher könnte man es auch "ein Konto für Andere" nennen. Der Kaufpreis wird dann vom Käufer auf dieses Konto eingezahlt, und der Notar stellt dann die Auszahlung an den Verkäufer sicher. Der Notar haftet allen Parteien gegenüber für Fehler und Missbrauch. (Herkunft: Konto von lateinisch computare: berechnen, rechnen, zusammenzählen)

Annuität
Gesamtbetrag aller Zins- und Tilgungsleistungen für ein Darlehen innerhalb eines Jahres. (Herkunft: von lateinisch annus: Jahr)

Auflassung
Das Wort "auflassen" bedeutet in diesem Fall, dass jemand das Recht an etwas aufgibt oder auf jemanden überträgt. So kann man zum Beispiel ein Grundstück auflassen. Hierbei handelt es sich um einen Fachbegriff aus dem Rechts­wesen in der Bedeutung von "Übereignung eines Grundstücks vor dem Grundbuchamt oder vor einem Notar in Anwesenheit von Veräußerer und Erwerber." Dies ist gesetzlich vorgeschrieben und eine Besonderheit bei dem Kauf von Grundstücken bzw. Immobilien. In der Regel wird die Auflassung gleichzeitig mit dem Kauf­vertrag gemacht. Der Notar wird angewiesen, die Auflassung beim Grundbuchamt einzureichen, sobald der Kaufpreis ge­zahlt wurde.

Auflassungsvormerkung
Die Auflassungsvormerkung sperrt das Grundbuch bereits nach Abschluß des Kaufvertrages zugunsten des Käufers. Es ist eine Vormerkung für die später erfolgende Auflassung. Sie wird durch den Notar beim Grundbuchamt eingereicht.

Aufteilung
Bezeichnet die rechtliche Umwandlung eines existierenden Mehrfamilienhauses in einzelne Eigentumswohnungen. Diese können dann einzeln an individuelle Eigentümer verkauft werden. Die erste Voraussetzung für die Aufteilung ist eine Abgeschlossenheitsbescheinigung. Diese ermöglicht die Bildung von Sondereigentum (meist die Wohnung) und Gemeinschaftseigentum (z. B. Hausflur), die in einer Teilungserklärung definiert werden. (Herkunft: von althochdeutsch teilen: in Teile zerlegen)

B

Bestellerprinzip
Dieses Prinzip besagt, dass diejenige Partei die Maklerprovision schuldet die der Besteller bzw. Auftraggeber zur Vermietung ist. Je nachdem wer also den Makler beauftragt hat eine Mietwohnung zu finden (= Mieter) bzw. zu vermieten (= Vermieter) ist am Ende provisionspflichtig.

C

Courtage
Ursprünglich die Vermittlungsgebühr des Börsenmaklers; auch Maklergebühr. (Herkunft: frz. courtier "Makler, Agent", lat. curare "besorgen")

E

Etage
(oberes) Stockwerk eines Hauses (Herkunft: frz. etage "Stockwerk, Stufe")

F

Fassade
Außenansicht, Vorderfront, Schauseite eines Hauses (Herkunft: ital. facciata "Gesichtsseite"; lat. facies "Gesicht")

Fundament
Der unterste auf tragfähigem Grund stehende Teil eines Gebäudes (Herkunft: lat. fundamentum "Grundlage")

G

Gaube
Aufbau für in der Dachschräge senkrecht stehende Fenster; auch: Gaupe (Herkunft: frühneuhochdt. gupe; wohl zu gauken "spähen, gucken")

Gemarkung
Das Wort Gemarkung bedeutete früher Grenze. Heutzutage werden Gemeindebezirke als Gemarkung bezeichnet. In einigen Städten sind sie gleichbedeutend mit Stadtteilen (Herkunft: engl. mark "Grenze")

Gemeinschaftseigentum
Auch gemeinschaftliches Eigentum genannt. Bezeichnet das Grundstück sowie die Teile, Anlagen und Einrichtungen eines Mehrfamilienhauses, die nicht (wie eine Eigentumswohnung oder der dieser zugeordnete Keller) im Sondereigentum oder im Eigentum eines Dritten stehen. Zum Gemeinschaftseigentum zählen z. B. Hausflur, Gemeinschaftsgarten und Dachfläche. Jeder einzelne Eigentümer hat an dem Gemeinschaftseigentum einen bestimmten Miteigentumsanteil, an dessen Höhe sich auch die Kostenverteilung (z. B. im Falle von Renovierungen am Dach) orientiert. Was in einem Mehrfamilienhaus Gemeinschafts- und was Sondereigentum ist, regelt die Teilungserklärung.

Grundbuch
Beim Amtsgericht geführtes Register, in welches das Grundstück, die Eigentumsverhältnisse und die auf ihm ruhenden Belastungen eingetragen werden (z. B. Grundschuldsicherheiten für die Bank, Durchfahrtsrechte Nachbar etc.). Das Grundbuch kann bei berechtigtem Interesse von jedermann (z. B. Käufer) eingesehen werden. (Herkunft: Grund von althochdeutsch grunt: Boden; Buch von althochdeutsch buoh: Schriftstück, Buch)

Geschoß
Gesamtheit der in einer Ebene liegenden, gleich hohen Gebäudeteile; Syn. Stockwerk (Herkunft: zu schießen in der Bedeutung "in die Höhe wachsen")

Gründerjahre 
Auch als Gründerzeit bezeichnete Zeitperiode in Deutschland nach dem Krieg gegen Frankreich in den Jahren 1870/71. Da Frankreich den Krieg verloren hatte, musste es Entschädigung in Milliardenhöhe zahlen, wodurch in Deutschland viel Geld für die Gründung von Unternehmen und den Bau von Häusern zur Verfügung stand.

R

Rendite
Die Rendite ist der jährliche Ertrag einer Kapitalanlage. Sie wird in Prozent ausgedrückt. Bei einer Immobilie ist die Mieteinnahme der Ertrag, mit dem man eine Rendite er­zielen kann. (Herkunft: von ital. rendita "Ertrag, Einkommen", lat. reddere "zurück­geben, erstatten")

S

Stockwerk
Alle Räume in gleicher Höhe über dem Erdgeschoß, Syn. Stock. (Herkunft: mhd. stoc "Balken, Geschoß eines Hauses" + Werk, eigtl. also "Balkenwerk")

 

Quellen: Eigene Zusammenstellung und Recherche, Dieter Hansen Immobilien, Alex Fischer Düsseldorf und Wikipedia